Frauen gewinnen Halbfinale

St. Paulis Frauen besiegten den Zweiten der Bundesliga Süd, den deutschen Rekordmeister SC Neuenheim, mit 25:17 ( Halbzeit 10:12 ).

St. Pauli steht damit zum 15. Mal im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der Frauen.

Die äußeren Bedingungen waren nicht gerade günstig. Eiskalte Böen fegten über die Saarlandstraße und verursachten angesichts der nicht vollständigen Rasendecke kleine Sandstürme. Rund 200 Zuschauer trotzten diesen Bedingungen und bewiesen die fortbestehende Beliebtheit unserer Mannschaft. Bei den meisten gab es allerdings einiges Unverständnis über die Tatsache, dass dieses Halbfinale mit 13 gegen 13 gespielt wurde. Dass dem Wunsch der Gäste nach den geltenden Frauenregeln stattgegeben werden musste, kann nur als Zeichen für den bedauerlichen Gesamtzustand des deutschen Frauenrugby verstanden werden.

Das Spiel selbst war allerdings von sehr gutem Niveau. Beide Mannschaften kämpften bis zum Ende um jeden Meter, die meisten Tacklings wurden gleich von mehreren Spielerinnen ausgeführt und damenhafte Freundlichkeiten wurden nicht ausgetauscht. Entscheidend war, dass St. Pauli die schnelle und ballsichere Hintermannschaft des SCN bis auf wenige Ausnahmen kontrollieren konnte.

(Fotos: Marco Schünemann)

Weitere Fotos vom FC St. Pauli Fanclub „Zaungäste“ (Gabriel Gabrielides) findet ihr hier.

 

Der Spielverlauf in Stichworten:

Gleich nach Antritt St. Paulis großer Druck auf Neuenheims 22m-Linie. Nach ca.

5 Minuten nutzt Jahnke energisch eine Lücke und legt fast unter den Stangen zum 5:0 ab. Wenig später sammelt Harringer nach Passfehler des Gegners den Ball auf und sprintet über fast 50 Meter bis zur Eckfahne, 10:0. Der SCN ist zunächst verunsichert, wird dann aber nach 20 Minuten durch einen Stellungsfehler St. Paulis wieder aufgebaut. Ein Passangriff im eigenen 22m-Raum ermöglicht dem Außen einen ungehinderten Lauf bis zur Eckfahne, somit nur noch 10:5. Kurz vor der Halbzeit Führung des SCN nach schönem Durchbruch auf der Innenposition und erhöhtem Versuch, somit 10:12.

Nach der Pause kommt St. Pauli stark zurück und erkämpft sich eine gewisse Feldüberlegenheit. Es dauert allerdings weitere 15 Minuten, bis Peters nach mehreren Angriffsphasen des Sturms eine Überzahl auf der kurzen Seite zum Versuch nutzen kann, Führung St. Pauli 15:12. Kurz darauf vollendet Schubert einen kollektiven Versuch des Sturms zum 20:12. Schließlich bleibt es Harringer vorbehalten, die Nerven der braunweißen Fangemeinde endgültig zu beruhigen. Sie vollendet einen konsequent zu Ende gespielten Passangriff an der Eckfahne zum 25:12. Neuenheim gibt nicht auf und kann 5 Minuten vor Schluss auch noch durch Versuch auf 25:17 verkürzen, der verdiente Sieger heißt aber St. Pauli.

St. Paulis Frauen verdienen insgesamt ein großes Lob für ihr geschlossenes mannschaftliches Auftreten und den unbedingten Willen, nach dem Rückstand zurück zu kommen. Der gesamte Sturm leistete eine bewundernswerte Arbeit, wobei Ilka Sander, mit einer WM-Teilnahme und mehreren Meistertiteln die Erfahrenste im Team, die schwierige Aufgabe, allein die dritte Reihe zu verkörpern, glänzend meisterte. Hinten wurde Johanna Jahnke ihrer Führungsrolle mehr als gerecht. Neben ihr waren am auffälligsten Steffi Harringer mit klugem Stellungsspiel in der Verteidigung und energischen Sprints sowie Darlin Nawalaniec mit großer physischer Präsenz gegenüber Neuenheims Starspielerin, der Siebener-Nationalspielerin Lisa Bohrmann.

Für St. Pauli spielten:

01 ZINDEL Lilly / 02 LORENZ Marlene / 03 SCHLÜTER Johanna ( 50. Min.: SCHUBERT Sabine ) / 04 RÖGLER Fanny / 05 WEHRLE Lise ( 60. Min.:  SAUTER Marie ) / 08 SANDER Ilka / 09 SCHUBERT Sabine ( 50. Min.: TEISSET Cathérine ) / 10 SCHUMACHER Sonja / 11 HARRINGER Steffi / 12 NAWALANIEC Darlin ( 75. Min.: STORM Catherina ) / 13 JAHNKE Johanna ( Kapitänin ) / 14 PETERS Elke / 15 STOLZ Alina

Das Endspiel ist für das Wochenende 2./3. Juni terminiert. Ort und Zeit werden in Kürze bekanntgegeben.