Ein Kapitän für Deutschland

Thore Schmidt; Kapitän der Deutschen Mannschaft bei U 18-Europameisterschaft.

IMG_2730Dass Mannschaftskapitäne im Rugby eine besondere Stellung haben, ist uns Kennern wohl bekannt. Er muss nicht unbedingt immer die Rednertribüne des Parlaments erklimmen, wie bei den Allblacks in Neuseeland häufig der Fall, aber im richtig guten Rugby ist die Rolle des Trainers beim Spiel vorbei und der Kapitän ist der Chef bei der Motivation seines Teams und bei den taktischen Entscheidungen. Abgesehen davon darf auch nur er allein den Schiedsrichter – mit der gebotenen Höflichkeit – ansprechen oder befragen. Und auch wir versuchen, schon bei unserem Nachwuchs diese Funktion einzuüben, in dem wir die Kapitäne bei den Entscheidungen einbinden und sie der gebotenen Achtung ihrer Mannschaft empfehlen. Wehe, jemand betritt vor dem Kapitän den Platz oder fängt an zu essen, bevor der Kapitän das Okay gegeben hat !

IMG_2731Nun ist es natürlich eine besondere Ehre, eine deutsche Nationalmannschaft als Kapitän anzuführen. Diese ist Spielerinnen oder Spielern des FC St. Pauli bisher ganz selten zugefallen. Manuela Wiedemann, Ivana Zivojinovic und Ninja Duri bekleideten das Amt bei der Nationalmannschaft der Frauen, Friedrich Michau führte die U 19 bei der Weltmeisterschaft 1998. Umso mehr freuen wir uns, dass Thore Schmidt bei der U 18-Europameisterschaft im letzten Oktober zum Kapitän der deutschen Nationalmannschaft berufen wurde.

Thore hat den ovalen Ball erst vor 3 Jahren in die Hand genommen und sich seither in unseren Jugendmannschaften außerordentlich bewährt. Bis dahin hatte er bei Stellingen 88 das Tor gehütet, wobei sich wieder mal die alte Weisheit bewahrheitet, dass Fußballtorhüter in der Regel großartige Rugbyspieler werden.

Schon in der U 16-Nationalmannschaft hatte er mit seiner Kampfkraft und seinem Durchhaltewillen einen ganz großen Eindruck hinterlassen, allein schon mit seiner freiwilligen Meldung für die ganz schwierige Position in der 1. Reihe vorne rechts. Durch zahlreiche zusätzliche Trainingseinheiten hat er sich zu einem überdurchschnittlich kräftigen Spieler entwickelt. Kobus Potgieter, Bundestrainer der Männer, hat ihn schon jetzt im Fokus und lädt ihn regelmäßig zu Trainingslehrgängen der Nationalmannschaft ein. Und einen Stammplatz in unserer Bundesligamannschaft hat er sowieso.

Wir wünschen ihm für die weitere Zukunft viel Erfolg und dass er von schwerwiegenden Verletzungen verschont sein möge.